RaumLabor

bauhaus_RaumLabor „Über Grenzen hinaus“ 2016/17 Kooperationsprojekt von Bauhaus-Archiv e.V./Museum für Gestaltung, Pestalozzi-Fröbel-Haus, Jugend im Museum und dem Jugendkulturzentrum Pumpe, Berlin

Ausstellungsobjekte und die Architektur des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung bilden den Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Grenzen in der Kunst und der gestalteten Lebenswelt im RaumLabor: Linien, Flächen, Formen, Farbe, Materialität und Lichteinflüsse werden erkundet. Am Bauhaus entworfene Gebäude und Gegenstände sind in Form und Material ihrer Funktion entsprechend reduziert. Dies erleichtert Kindern den Transfer von Kunst und Design in ihre Alltagswelt und umgekehrt. In den Pestalozzi-Fröbel-Haus Einrichtungen und im Jugendkulturzentrum PUMPE können die Kinder im Anschluss vertiefend Grenzen testen, fühlen und errichten. In der jährlich stattfindenden Projektwoche im Jugendkulturzentrum PUMPE erarbeiten alle Projektteilnehmer eine Bühnenperformance.
Das Bauhaus_RaumLabor des Jahres 2016 ist mit den Kindern aus sieben Einrichtungen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses "Über Grenzen HINAUS" gegangen: Ziel des Projektes war es, den Kindern das Thema Grenze in ihrem Kiez und ihrer Stadt erfahrbar zu machen, um sie für die Gestaltung ihrer Umwelt zu sensibilisieren. Die Schulung der Wahrnehmung als zentrales Thema des Bauhauses – vor allem bei László Moholy-Nagy – wird hier unmittelbar umgesetzt.
In den Workshops wird die Umgebung der Einrichtung erkundet und mit allen Sinnen erfahren: Grenzen werden markiert und überschritten, die Kinder sehen, hören, fühlen die Stadt und sie setzen die Bilder, Geräusche und Gefühle künstlerisch um: In Bewegung, Skizzen, Frottagen, Collagen, Fotografie, Tanz, Stempel-Bilder, Geräusche und Karten. Je nach Alter und Kiezstruktur unterscheiden sich die Herangehensweisen. Unter der Überschrift „Die dritte Dimension“ geht es zum Beispiel um die Hochhäuser von Gropiusstadt, „sichtbar|unsichtbar“ untersucht mit der Kamera unsichtbare Grenzen im Kiez Bundesallee, und „Weiter! Höher! Breiter!“ setzt den Körper der Charlottenburger Kinder ins Verhältnis zur Fassade ihrer Kita.
Die Bauhaus_Bühnenwoche führte diese Erfahrungen zusammen: Mit der Choreografin Be van Vark, dem Musiker Alexandre Decoupigny und der Architektin Ulrike Kuch entwickeln die Kinder ihre Workshop-Erfahrungen weiter. Zum Abschluss der Bauhaus_Bühnenwoche präsentierten sie sich gegenseitig ihren Kiez mit Hilfe der Medien Tanz, Klang und Raum auf der großen Bühne des Jugendkulturzentrums Pumpe.
Neben dem gestärkten Bewusstsein über die Stadt in der sie leben, fördert das Projekt die Entwicklung der Sprachkompetenz. Dies gilt in besonderem Maße für die Willkommensklassen, die an diesem Projekt teilnehmen, aber auch für die Vorschulkinder, die hier mit einem neuen, aber intensiv taktil, optisch und körperlich verankertem Sprachfeld in Berührung kommen.
(Text: Ulrike Kuch, Sandra Ortmann, Silke Bauer)

Weitere Informationen auf der Website des PFH, des Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung und von Jugend im Museum e.V.


Projektleitung: Ulrike Kuch, Silke Bauer (Pestalozzi-Fröbel-Haus) und Sandra Ortmann (Jugend im Museum e.V.)
Kursleitung: Be van Vark (Choreografin), Alexandre Decoupigny (Musiker), Ulrike Kuch (Architektin)
Fotos: Piotr Bialoglowicz
Antragsteller: Jugend im Museum e.V.
Partner: Pestalozzi-Fröbel-Haus, Jugendkulturzentrum PUMPE, Jugend im Museum e.V., Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Beteiligte Einrichtungen des Pestalozzi-Fröbel-Haus: Kita Barbarossastraße, Kita Haubachstraße, Kita Kastanienallee, Kita Pestalozzistraße, Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße, OGB Grundschule am Fliederbusch, OGB Schinkelschule, OGB Stechlinseeschule.